Stars are blinde

STARS ARE BLIND,

Video – Rauminstallation

Kunstarkaden München „The Plasmonics“ September 2018

Even though the gods are crazy even though the stars are blind

Der Walk of fame ist ein Sinnbild der westlichen Unterhaltungsindustrie, der Gehweg gewordene Himmel Hollywoods.
Durch die paradoxe Gleichzeitigkeit von Sternen und Straße, von Oben und Unten, wird der Himmel der Ideen wortwörtlich auf den Boden der Tatsachen geholt.

Jeder Stern ist zugleich Auszeichnung des Einzelnen und Teil einer potentiell endlosen Kette, die erst in ihrer Summe, ihrer Ganzheit zu einem System wird, dass den Einzelnen scheinbar auszeichnet, um ihn dann in einem Meer von Seinesgleichen zu verschlingen.
Hierachielos und austauschbar liegen sie neben einander.
Einige Sterne sind längst erloschen, werden übersehen und vergessen. Andere sind gefallen, werden beschmutzt und zerstört. Mit der Zerstörung des Sterns von US- Präsident Donald Trump wurde symbolisch nicht nur eine Person, sondern ein Systems, ja ein ganzes Weltbild angegriffen. Doch der Stern wird wieder ersetzt, gereinigt,gepflegt. So entsteht ein Kreislauf aus Angriff und Verteidigung, eine permanenteDiskrepanz aus Aktion und Reaktion, aus Aktionismus und Reaktionismus,
die ausschließlich auf der Ebene des Symbolischen entsteht und somit den Vodoo-und Fetischcharakter postmoderne Götzenbildung offenbahrt.
Das Symbol wird zum Schauplatz eines Stellvertreterkriegs, eines fortwährenden Kampfes gegen Windmühlen im Wirrwar der Zeichen, den wir alle täglich führen und verlieren.
Die Arbeit Stars are blind ist eine Ikonographie des Arbiträren.
Sie fokussiert weder Jubelnde noch Bejubelte, sondern viel mehr den Jubel selbst als permanenten Prozess einer Entäußerung des Einzelnen in der Masse. Unabhängig von Anlass und Inhalt werden Mechanismen der Mobilisierung untersucht, die letztlich dieselben Personen, Gruppen und Systeme zu Fall bringen, die sie einst aufgebaut haben. Die Stars verschwinden in der Masse, die Masse selbst wird zum Star. Die Blindheit des Einzelnen wird zur Macht des Kollektivs.


Fotos: ©Mara Pollak